Alles ist Eins {27. April ’16}

Gaia's Life Force by JenaDellaGrottaglia
Gaia’s Life Force
by JenaDellaGrottaglia

Vor genau einem Jahr weckten mich die Engel am Morgen mit einem Aufschrei:
»Herzlichen Glückwunsch zum Erwachen!!!«
Ich tat cool und erwiderte: »Danke danke, ist bestimmt schon das … zehnte Mal.« Ich meinte dabei eigentlich das zehnte Mal in diesem Monat. Eigentlich, denn wie ich später von ihnen erfuhr, ist es meine dritte Inkarnation infolge in der ich das durchlebe. Ich war verwundert, was Erwachen eigentlich bedeutet. Der Begriff in diesem Zusammenhang war mir unbekannt. Ich wusste, dass ich ein(e) Buddha bin. Nach meiner Definition war es jemand, der seine Gedanken durch Meditation unter Kontrolle gebracht hat. Doch welche Folgen hat das? Durch Zufall entdeckte ich den Zusammenhang. Das Wort Buddha bedeutet Erwachter. »Herzlichen Glückwunsch zum Erwachen.«, jetzt war es klar. Ohne das Wissen, dass etwas Besonderes mit mir geschieht, würde ich meine nächtlichen Erlebnisse mit den Engeln wahrscheinlich für nur sehr außergewöhnliche Träume halten. Das Außergewöhnliche ist außerdem, wie das Wissen und Praktiken der verschiedenen Religionen sich überschneiden. Die heutige Vorstellung der Engel stammt vor allem aus den Abrahamischen Religionen. Die Mönche von Christlichen Klostern schreiben von Stillen Gebeten, was in der Beschreibung einer buddhistischen Meditation entspricht. Im Westen setzen wir den Buddhismus vor allem mit der Meditation gleich. Ist das alles? Im Buddhismus gibt es uralte Geschichten von verschiedenen Gottheiten. Aus meiner Erfahrung sind es die gleichen Wesen, die wir als Engel bezeichnen. Unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Sprachen. Und die Engel selbst scheinen das Gebet und die Meditation als gleich wichtig zu erachten. Das richtige Werkzeug für bestimmte Situationen und Ziele. Sie selbst sagten zu mir:
»Du bist nun auf dem Pfad der Gebete«, ich war verwundert. Die Meditation war für mich etwas sehr Zentrales. Ich hatte nie geglaubt, dass meine Gebete tatsächlich jemand erreichen. Es war vielmehr der Wunsch, dass es so ist.
»Es ist eine schöne Vorstellung, also muss etwas dran sein.« Und ich liebte und liebe immer noch die Shinto Gebete mit Natur im Mittelpunkt.
So erkannte ich nach und nach und immer mehr den Sinn hinter den Worten »Gott ist für alle da.« Auch die Engel sind für alle da. Egal wie wir sie nennen. Und sie wünschen sich, wir würden es erkennen. Unsere Gemeinsamkeiten erkennen, und uns beim Umgang miteinander darauf besinnen. Wir alle sind Kinder des gleichen Gottes, Universum (oder Flusses, wie es eine bestimmte Person vorzieht. :-) )

Und so, ein Jahr später, besucht mich heute Nacht Haniel und weckt sanft während eines Traumes. Ich laufe darin zum späten Abend an meiner früheren Schule in Nürnberg vorbei. Ich ging hier von der siebten bis zur neunten Klasse. Ich höre das Geräusch eines Käfers und bemerke, dass ich eigentlich im Bett liege. Die Bilder laufen vor meinem geistigem Auge wie ein Film ab.
»Haniel bist du das?«, frage ich intuitiv. Der Käfer ist das einzige Geräusch, das ich hören kann, in dem ansonsten stillen Traum. Und der Käfer scheint auch eher irgendwo um mich herum zu sein.
»Schön, dass du das erkannt hast. Ansonsten kann das niemand.«
Ich habe in diesen Monaten schon öfter erlebt, wie die Engel sich in das eine oder andere Wesen während eines Traumes verwandeln. Meisten Dokra, die mich mal als eine laute Fliege oder kratzige riesen Katze, die auf meinem Kopf schläft, ärgert! Aber dass es Haniel ist? Da bin ich selbst überrascht, dass ich es erkannt habe. Wir unterhalten uns über Magie. Ich verliere dabei immer mehr das Bewusstsein, verfalle zurück in den bewusstlosen Schlaf.
»Was ist deine Magie?«, ist die letzte Frage, an die ich mich erinnern kann.
»Solprov«, erwidert sie. Das weckt mich wieder auf, denn es verwirrt mich. So heißt ein Projekt bei mir auf der Arbeit. Die Antwort schein nur den Zweck zu haben meine Aufmerksamkeit wieder anzuregen. So machen sie es öfter. Ein kleiner Rätsel oder Unstimmigkeit regt die Konzentration und Interesse an. Die Bilder des Traumes verändern sich. Ich betrete ein Zelt, von dem ich heute Nacht bereits träumte. Dieses Mal empfange ich das Wort ›Shaman‹. Es manifestiert in mir, wie ein wortloser Gedanke, eine Idee, Wissen das plötzlich da ist. Das alles macht durchaus Sinn. Indianer wurden in ihren Visionen von Tieren geführt. Und Haniels Symbol ist der silberne Vollmond. Ein sehr mystisches Natursymbol. Der Engel, der mich einweihte, schaute aus wie ein schwarzer Rabe. Hinten im Zelt steht ein Stand mit Anhängern. In der Mitte ist ein breites Bett. Ich klettere drauf und kraule weiter zum Anhängerstand. Drei verschiedene Sorten hängen hier. Einer von ihnen schaukelt leicht wie von einer Geisterhand angestoßen und funkelt magisch mit einem silbernen Stern. Wie in einem Zeichentrickfilm. Er ist asymmetrisch und aus Metall.
Meine Aufmerksamkeit wandert zu einem anderem.
»Den habe ich schon«, ich hatte ihm gekauft. Hier im Traum heute Nacht. In diesem Augenblick wird mir bewusst, dass ich schon hier war. Es ist ein Talisman mit bunten blauen Federn in einem geflochtenen Kreis. Ähnlich einem Traumfänger. Einen Ähnlichen habe ich tatsächlich, nur dass er orange ist. Der Traum verändert sich erneut und ich bin wieder vor der Schule. Ich laufe mit Haniel im Hintergrund der Straße entlang. Wir laufen an einem Auto vorbei und ich höre zum zweiten Mal das Geräusch von Insekten.
»Es sind mindestens zwei«, sage ich und schaue unter dem geparkten Auto nach. Es ist nur einer. Ein Leuchtkäfer. Und er ist verletzt. Er flog mehrmals gegen die Autokarosserie, daher kam das andere Geräusch. Er fliegt nun flatternd in meine Richtung, ich betrachte genau seinen leuchtenden Körper. Er ist wunderschön.
»Ich kümmere mich auch um sie«, sagt Haniel und verwandelt sich hinter mir in einen großen Käfer. Sie fliegt in Richtung des verletzten Leuchtkäfers und landet auf seinem Rücken. Sie klemmt sich an ihm und hält fest in der Luft. Dieser brummt lauter, leicht verängstigt, bis der andere Käfer sich wieder von ihm löst. Von da an fliegt er geheilt munter weiter.
Der Haniel Käfer schwebt eine Zeit lang und fliegt dann auf mich zu. Als er sich meinem Gesicht nähert, wache ich auf! Ich dachte, er wird mir ins Gesicht fliegen.

Alles ist Eins.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Schreib einen Kommentar