Das Ende und der Anfang (Aug/Sep 2014)

Eine Höllenwoche. Am Sonntag, den 31 August 2014, endet für mich ein Lebenszyklus und ein neuer beginnt. Es ist der Tag, an dem meine Zwillingsseele sich von mir trennt und meine Welt zum Einstürzen bringt. Die erste Woche des September war ein Umsturz. Und doch erinnere ich mich sehr gerne daran.

Gestern, am Samstag, schien alles noch in Ordnung. Wir trafen uns, wir unterhielten uns, wir feierten in der Nacht. Am Sonntagnachmittag folgte der große Schock.
»Was zwischen uns ist, sollte anders sein, so wie zwischen ›den beiden‹«, sie verglich uns mit ihrer besten Freundin und ihrem Freund. Von einem Augenblick auf den anderen änderte sich alles.
Doch ich bin ihr nicht böse, denn sie warnte mich immer wieder. Sie wüsste selbst nicht, wie sie reagieren wird nach den schlimmen Dingen, welch sie erlebte. Sie hat sich mehr in mich verliebt, »als geplant«.

Es war mir egal. Denn in Liebe muss man alles Riskieren. Es ist eine Gelegenheit, voller Risiken. Man läuft durch einen Schleier, ohne zu wissen, ob auf der anderen Seite ein Schwert lauert.

Es war mir egal. Denn mit großem Risiko kommt auch große Belohnung. Und so riskierte ich alles. Und verlor, was mir am wichtigsten war. Was ich zum ersten Mal in diesem Maße erfuhr. Die Liebe. Seelenliebe. Seelenverbundenheit.

Am Abend, es ist 21 Uhr. Ich bin wieder zu Hause. Die Tränen strömen. Der Seelenschmerz ist unvorstellbar. Ich schreie voller Wut heraus:
»Gott, Universum, wie auch immer! Es ist mir egal wie oder was du bist!!! Ich möchte wissen warum all der Schmerz auf der Welt?! Warum müssen wir so leiden!!!« Ich war so verliebt, doch selbst das wurde mir verwehrt. Das eine, wonach wir uns so sehr sehnen. Wovon wir so sehr träumen.
»Warum all der Schmerz! Sag es mir! Ich möchte es JETZT SOFORT WISSEN!!! ICH WERDE NICHT MEHR WARTEN! SAG ES MIR, SOFORT!!!« Ja, ich fordere Gott persönlich heraus, mir die Antworten endlich zu geben.
»WARUM SIND WIR HIER?!?!«

Irgendwann schlafe ich endlich ein träume wie ich mit meiner Frau, uns auf die Geburt eines Kindes vorbereiten. Wir sitzen im Park und Freunde schenken uns ein Kinderwagen. Ich bin überglücklich. Eine unvorstellbare wollige Wärme baut sich in mir auf. Sie kommt ein aus meinem Bauch. Ich bin schwanger!

Ich wache am Montag, den 1 September auf und staune. Die Wärme ist immer noch in mir. Sie breitet sich durch meinen ganzen Körper aus.
›Fühlt sich so eine Frau? Fühlt sich so eine Mutter?‹, ich weiß es nicht, ich wurde in dieser Lebenszeit in einem männlichen Körper geboren. Es ist das vollkommene Gefühl der Glückseligkeit. Die Wärme begleitet mich den ganzen Tag.

Die Nacht von Dienstag, den 2 September. Ich träume, wie ich auf einen endlosen Ozean falle. Aber ich ertrinke nicht. Ich treibe zunächst ruhig auf dem Wasser, dann sinkt mein Körper langsam. Ich werde von einer unbeschreibbaren Wärme eingehüllt. Es ist die Wärme aus einer anderen Welt! Es ist reinste Liebe. Die Liebe Gottes für mich. Es ist der Ozean der Liebe, zu dem ich so lange reiste. Ich habe ihm endlich erreicht. Ich habe die Quelle und das Ziel erreicht und löse mich darin nun auf!

Ich wache auf und bleibe liegen. Die Wärme, die Erfahrung, strömt immer noch durch meinen Körper und Seele hindurch.

Die Nacht von Mittwoch, den 3 September. Der Seelenschmerz verfolgt mich schon wieder, ich kann nicht schlafen. Die Gedanken rasen unkontrolliert! Informationen über Empathie strömen in mich hinein! Ich schlafe immer wieder ein und habe das Gefühl als würde mein Körper zerreißen und ich ihm verlassen! Plötzlich ist eine Stimme da:
»Sind das wirklich meine Gefühle?«
Sie spricht wie meine, ist aber jemand anders. Ich höre seine Stimme und all der Schmerz löst sich auf. Ein Engel, zum ersten Mal höre ich die Stimme eines Engels. Und mir wird klar: Es war der Schmerz und das Leiden von jemand anders, ich bin wirklich eine Empathin.

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