Urlaub mit den Engeln {7 Juli 2017}

large„Und gefällt dir der Urlaub mit uns?“ – fragte mich gestern ein junger Engel nachdem ich vor dem Aufwachen aus ihrem Haus hinausgeführt wurde… heute Nacht geht der Spaß weiter! Ich bin in einer Art Abenteuer-Rollenspiel. Die jungen Engel spielen in dem Traum feindliche Soldaten auf der einen Seite und Abenteurer mit denen ich Reise auf der anderen. Trotz ihres jungen Alters und bekannten Aussehens mancher, nehme ich bewusst nur die Rollen die sie spielen wahr.

Ich war mit meinen Abenteurern auf dem Weg zu uralten Ruinen, als wir von einer Gruppe feindlicher Soldaten gefangen genommen wurden. Auch sie sind auf dem Weg zu einer Ruine, um dort die magischen Schätze zu plündern – genau wie wir! Nur einem älteren Mädchen aus unserer Gruppe ist die Flucht durch ein Portal gelungen. Sie steckt nun in einem anderen Gebiet fest. Einer Höhle, und muss dort die Rätsel lösen um das Portal zurück zu öffnen. In der Haupthalle ist eine Miniatur Abbildung der umgebenden Region. Im Zentrum steht ein kreisförmiger Canyon mit mehreren Ruinen in bestimmten Abschnitten. Die Ruine im Norden ist besonders. Die eine Hälfte ragt aus dem Canyon nach oben zur Oberfläche, die andere führt nach unten. Tief in einen Abgrund. Das Mädchen realisiert:

„Aha! Das ist keine Richtungsangabe wie die Anderen, sondern es markiert den Orientierungspunkt! Wie der Norden auf einem Kompass!“ Rechts oben im Traumbild erscheint die Abbildung eines Kompasses mit einem Symbol wie die Ruine an der Stelle für den Norden. Das Mädchen läuft durch eine Halle mit antiken Bildern und Statuen zum Portal. Es ist eine Leinwand und zeigt gerade einen Wald. Sie wirkt den erarbeiteten Zauber und richten den Portal neu aus. Eine grüne Wiese erscheint. Sie Jubelt und wirkt einen Unsichtbarkeit-Zauber bevor sie durchläuft. Auf der anderen Seite angekommen stellt sie fest: „Es ist nicht nur eine andere Richtung, sondern auch eine andere Zeit! Der Meeresspiegel hier ist anders.“- sie steht gerade auf den Baumkronen. Der vermeidliche Wald war ein künstlicher Bühnenbau, wie ich nach dem Aufwachen feststelle. Das Mädchen springt vom Waldrand nach unten auf die Wiese. Die Soldaten halten uns immer noch fest. In einem kleinen Waldstück abgeschottet. Nur ich darf mich einigermaßen frei bewegen, ich soll sie zu der Ruine führen. Ich unterhielt mich mit dem Offizier und zwei Soldaten auf einer Baumplattform bevor die Traumkamera zu dem Mädchen wechselte und fährt nun an der gleichen Stelle fort. Ich laufe nach unten um dem Mädchen eine Botschaft zu schicken. Ich besitze einen magischen Vogel als Begleiter der unsichtbares sehen kann und muss ihm nun steuern. Ich setze eine der augengesteuerten Brillen auf und versuche mit den Augen einen Text für sie zu tippen: „Emily jihs xip“ … bis auf den Namen verfehlte ich alle Tasten mit den Augen leicht. Ich spreche es schließlich aus: “Emily hugs you“ – Emily umarmt dich. Ich laufe zurück auf die Plattform und nehme das Gespräch mit dem Offizier wieder auf. Er bemerkt, dass ich aufgeregt bin und ich versuche den Grund zu vertuschen:

„Wenn gehen wir endlich los?! Ich will das hinter uns bringen damit meine Freunde wieder freigelassen werden!“

„Welche Ruine?“, fragt er.

„Irgendeine!“

Ich zucke plötzlich nach vorne, möchte sie angreifen… ich halte inne und lausche nochmal während sie mich verwundert anstarren. Von unter erreichen mich Geräusche von aufeinanderprallenden Schwertern… ich hatte richtig gehört! Und ziehe meinen Degen!

„Ihr drei seid dann wohl für mich!“ – ich überspiele meine Angst mit Mut. Besonders der Offizier schüchtert mich ein. Er hat eine sehr starke und dominante Aura die mir ein Unwohlgefühl und Unterlegenheit vermittelt. Die drei drängen mich langsam nach unten. Der junge Soldat voran. Langsam erwacht mein Bewusstsein und ich erkenne, dass es im Grunde noch ein Kind ist. Es ist der lachende etwa 12-jährige Junge den ich öfter sehe, und Dinge aus seiner Perspektive betrachte. Als wir unten ankommen weiche ich ihm aus und füge mit dem Degen mehrere Schnittwunden auf dem Rücken zu – es erscheinen sofort nicht blutende Wunden. Der Junge spielt auf eine dramatische Art und Weise seinen Tod und fällt schließlich zu Boden. Dabei stößt er den Degen des Offiziers aus seiner Hand. Der Junge der ihm spielt ist älter, ein junger Mann. Zunächst möchte ich warten bis der andere Soldat ihm seinen Degen überreicht um fair zu bleiben… doch die furchteinflößende Aura bringt mich dazu meinen Vorteil zu nutzen… ich schneide mehrfach durch seine Seite. Dann fügt er mir noch eine Verletzung am Arm zu. Ich halte den Kampf an und betrachte interessiert die Wunde. Sie erschien sofort und ich spürte etwas, aber sie schaut sehr künstlich aus. Wie aufgeklebt. Mein zunehmendes Ich-Bewusstsein, weckt mich schließlich auf.

„Die Schnitte schauten sehr realistisch aus!“ – bemängelte ich nach dem Aufwachen als Erstes.

Am Ende des Nächsten Traumzyklus höre ich jemanden zu mir sprechen und komme beinah Augenblicklich zu Bewusstsein:

„Wir trainieren jetzt nochmal das Augenzwinkern.“- sagt Raphael.
Es ist etwas was ich öfter machen soll. Ich liege da, bewusst in der Anderswelt und sehe vor meinem Sichtfeld ein virtuelles Bild von einem Computerspiel. Dabei soll ich das Spiel mit den Augen kontrollieren und mit Augenzwinkern Befehle ausführen. In meinen außer-körperlichen Erlebnissen, konnte ich mit meinen Augen und Willenskraft die Richtung steuern in die ich schwebte, dabei reichte kurze Überkonzentration auf einen Punkt aus um auf ungeheure Geschwindigkeiten zu beschleunigen! Hat es etwas damit zu tun? Eine spielerische Art und Weise die Kontrolle zu üben? Ich steuere nun eine Figur durch ein klassisches, pixeliges Jump-And-Run Spiel. Irgendwann fällt mir eine Brille vom Gesicht und ich werde vom weißem Licht geblendet. Raphael versucht mir die Brille erneut aufzusetzen.

„Schon wieder der Brillentrick!“ – ich kichere dabei unkontrolliert und kann es nicht mehr stoppen!

„Michael hilf mir bitte.“ – ich spüre die Arme der beiden Engel, sie heben mich an und setzen auf dem Boden ab. Mein Kichern dauert an. Es überwältigt mich.

„Entschuldigt, ich hab‘ mich da etwas verkichert.“ – sage ich schließlich während ich das Gekicher langsam unter Griff bekomme.

„Es war richtig schlimm.“ – erwidert der Engel, der in Erzengel Michaels Namen agiert. Er hat wohl gemerkt, dass ich im Grunde ängstlich wurde. Stellt euch vor, jemand setzt euch jetzt eine VR-Brille ab und eures bisheriges Leben ist nur noch eine Illusion!

Ich knie auf dem Boden und das weiße, blendende Licht wandelt sich. Ich sitze auf dem Boden in einem kleinen, herbstlichen Zimmer. Das Zimmer wirkt wie eine kleine Waldlichtung! Es ist malerisch! Wie ein Gemälde! Neben mir sitzt Engel Elle, sie malt oder schreibt in einem Notizbuch. Neben ihr liegen Buntstifte, allesamt herbstliche Farben. Links von mir an einem runden Hobbit Fenster, sitzen zwei Jungs. Hinterm Fenster strahlt das blendende weiße Licht. An der Wand rechts von ihnen sitzt ein weiterer Junge, er hat grüne Haare, geformt wie V nach hinten und es lässt ihm wie ein Waldwesen wirken.
Ich wende mich erneut meinem lieben Engelmädchen Elle zu:

„Das riesige Sportgelände aus dem letztem Traum. Ich war dort zuvor. Oft und lange. Was ist das für ein Ort?“

„Frage Elaith, er kann gut erzählen.“

Ich schaue mich um und blicke erneut interessiert zu den Buntstiften und dem Schulblock in dem sie schreibt. Ich lache leicht auf und stelle die Frage, die mir schon das erste Mal auf der Zunge lag:

„Sind das Hausaufgaben? Sag bloß ihr habt auch so etwas wie Schule!“ – ärgern sie sich manchmal wie wir über Schulpflicht? Ich wundere mich zeitgleich ob das denn überhaupt die richtige Frage ist, bis jetzt waren sie sehr abweisend, wenn ich sie ausfragte wie ihre Welt wirklich ist.

„Atya“

„Wie bitte? Was bedeutet das?“

„Es bedeutet so etwas wie das Wort gleich.“

Ich betrachte Elle, ihre Nase hat sich verändert. Sie ist jetzt lang und krumm, wie eine Hexennase aus einem Märchen. Sie spricht weiter, doch ich kann sie nicht mehr verstehen. Ich starre Elle fragend an. Ihre Worte klingen für mich wie geblaber. Sie schaut zum Fenster, wo die Jungs saßen. Einer von ihnen kommt auf mich zu, doch ich sehe nun nur noch einen Waldzwerg. Geht mein Gehirn gerade ins nächste Schlafstadium über? Kann es diese Dinge nicht mehr richtig verarbeiten? Alles wirkt zunehmend Abstrakt. Die Schlafphase in der Klarträume möglich sind, dauert unterschiedlich lange. In der Regel mehrere Minuten. Ich spüre Raphael hinter mir. Er hielt die ganze Zeit meinen Kopf und bewegt ihm nun leicht. Ich wache sofort in meinem Schlafzimmer auf.

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