Neue Perspektiven {25.11.2017}

Wenn man Engel als Freunde und liebevolle Eltern hat, sollte man vorsichtig sein bei den Themen über die man anspricht. Und was man sagt. So sprachen wir vor kurzem mit Freunden über Menschen mit Behinderungen und ich verblieb mich wundernd, wie es ist wann der Körper vollständig paralysiert ist.

Doch zunächst betrete ich eine Bar. Es ist dunkel, die Fenster sind größtenteils mit Vorhängen verdeckt. Dazu ist das Innere auch aus dunkel braunem Holz eingerichtet. Es wirkt alles sehr rustikal. Ich bemerke mehrere Frauen mit Kindern. Sie sind um einen tiefen Tisch versammelt auf dem mehrere Kerzen brennen. Da die Bar noch verschlossen zu sein scheint, drehe ich mich um und möchte wieder herausgehen, damit ich nicht weiter störe. Dabei erinnere ich mich zum ersten Mal, dass ich in der Anderswelt bin. Ich setzte mich stattdessen etwas abseits auf dem Boden hin und lehne mich gegen die Wand an. Ich beobachte das Geschehen. Ein Mann kniet vor dem niedrigen Tisch. Direkt links von ihm sind zwei oder drei Kinder.  Auf der anderen Seite und rechts von ihm verläuft eine Eckcouch. Die Mütter sitzen dort. Ein paar weitere Kinder knien vor ihnen auf dem Boden am Tisch.
Der Mann nimmt einen in zwei Hälften zerbrochenen Gegenstand. Hält ihm über dem Tisch und wischt mit der anderen Hand darüber.
„Wenn etwas kaputt geht, könnt ihr es einfach so wieder ganz machen.“
Ich zweifle daran, zeitgleich erinnere ich mich, dass es die Zweifel sind, die verhindern dass etwas geschehen kann. Auch der Mann fährt fort:
„Zeigt das bloß nicht den Erwachsenen, den sie werden sagen es sei nicht möglich.“
Ich stehe auf und laufe auf die andere Seite des Tisches, setze mich auf das Sofa. Als ich mich umschaue, sind die Kinder bereits weg. Vor mir sitzt nur noch der Mann und links von mir zwei der Mütter. Eine weitere Frau bringt mehrere Essensteller auf den Tisch. Auf zweien der Teller scheint Fisch und Fleisch zu sein. Während ich den Tisch betrachte konzentriere ich mich mehrmals auf die Sinne und hoffe zugleich, dass sie nicht bemerkt haben, dass ich weiß es ist gerade die Anderswelt. Ich kontrolliere meine Sinne und konzentriere mich, denn Manchmal verliere ich wieder das Bewusstsein darüber.
„Ist das Fisch?“ – frage ich und strecke meine Hand aus um es zu berühren.
„Nein, ist es nicht.“
Mein Finger berührt es und ich schrecke zurück.
„Es hat sich bewegt!“
„Dann fasse es besser nicht an!“ – sagt er und die ganze Gruppe kichert.
Die Kerze am weitestem Weg von mir geht von Geisterhand aus und der Mann und die Frau an dem Ende verschwinden in der Dunkelheit. Dann geht die nächste Kerze aus und die nächste Frau verschwindet.
„Ach kommt schon!“ – ich weiß was es nun bedeutet. Sie schicken mich zurück. Während meines kurzen Aufschreis stoße ich eine Kerze neben mir auf den Boden. Trotzdem lehne ich mich einfach zurück denn vermutlich werde ich gleich das Bewusstsein verlieren. Und tatsächlich. Es fühlt sich an als hätte jemand meinen Körper ausgeschaltet und ich sinke langsam nach links auf die Couch. Spüre dabei wie meinen Körper die Lebensenergie verlässt und das Augenlicht mich verlässt. Trotzdem bleibe ich bei Bewusstsein. Es ist dunkel um mich. Ich spüre ein Händepaar an meinem Hinterkopf, dort wo der Punkt ist dem die Engel nutzen um manchmal mit mir zu kommunizieren. Genauso wie ich gerade eben spüren konnte wie das Leben meinen Körper verlässt, spüre ich nun wie sie zurückkehrt. Ich wache auf. In meinem regulären Körper.

Im ersten Augenblick wundere ich mich wo meine Erinnerung von gerade eben geblieben ist… es war alles so klar und nun ist es weg. Es fehlt etwas. Ich fange an zu schreiben und erinnere mich dabei wieder um mehr und mehr Details.
„Das war richtig toll“ – denke ich mir. Es ist beeindruckend derart zwischen zwei Körpern zu reisen. Und das Erlebte erinnert mich an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ und eine andere Geschichte meiner Engel in der ein Kind auf mich zeigt und zu der verwunderten Mutter sagt: „Mamma, ich möchte auch ein Engel sein!“ Auch meine Erlebnisse sind magisch und die wenigsten Erwachsenen dürften daran glauben. Auch ich zweifle manchmal an dem was mit mir geschieht!

Ich schlafe wieder ein. Irgendwann wecken mich meine Engel erneut. Ich versuche mich zu bewegen doch mein Körper scheint vollständig paralysiert zu sein. Ich kann ihm spüren, doch er hört nicht auf mich. Als würde etwas Anderes ihm beherrschen und ich nur beobachten dürfte. Eine Zeitschrift erscheint vor mir. Ich lese ein paar Sätze in ihr. Auch wenn mein Körper vollständig paralysiert ist, so scheine ich dennoch meine üblichen geistigen Fähigkeiten zu haben. Ich nehme die Dinge so klar, wie auch sonst, wahr. Es erinnert mich an Menschen wie Stephen Hawking die (fast) lebenslang paralysiert sind, oder auch an Menschen die mit dem Tourette-Syndrom leben und manchmal die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Vielleicht sollten auch wir, auf den Geist dahinter achten und uns weniger mit dem vergänglichen Identifizieren?

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