Die Geschichten meiner Engel: „Auch als Frau muss man sich Gehör verschaffen können.“ {22/24 März 2018}

Die Nacht des 22. März: Am frühen Morgen beginne ich eine weitere Folge meiner Lieblingsserie zu betrachten. Star Trek Voyager. Beinah jedenfalls. Denn die folgen der Anderswelt sind … anders. Ich habe inzwischen so viele gesehen, dass ich die Serie fortsetzen könnte! Besonders Kathryn Janeway, die Kommandantin des Raumschiffs, ist auffällig anders. Reifer. Sogar noch selbstbewusster. Bereit sich selbst mit den Mächtigsten anzulegen. In dieser Folge trifft sie auf eine kriegerische, von Männern dominierte Rasse. Sie bittet ihnen ihre Hilfe an, im Gegenzug will sie friedlich ihren Raum passieren. Eine Delegation samt des Anführers kommt auf ihr Raumschiff. Es sind nur Männer. Frauen dürfen nicht auf Raumschiffen dienen. Trotzdem müssen sie nun mit einer Frau verhandeln. Die Spezies hat eine graue Haut und ihre Köpfe sind kahl. Ansonsten schauen sie recht Menschenähnlich aus. Die Offiziere der Voyager und der Aliens begeben sich in den Konferenzraum. Die Aliens zeigen eine Aufzeichnung einer Raumschlacht gegen eine Weltraumstation. Eine einzelne Raumstation, die mit ihrer Strahlung das Sonnensystem verseucht. Die Schlachtschiffe können nicht nahe Genug an die Raumstation heranfliegen, da die Strahlung auch ihre Schilde durchdringt und die Crew töten würde. Deswegen können auch Handelsschiffe das System anfliegen. Kapitän Janeway willigt ein die Strahlung zu neutralisieren. Die Delegation bleibt während der ganzen Mission auf dem Schiff welches mit seiner fortschrittlichen Technologie gegen die Strahlung geschützt ist. Die Bewohner der Station weigern sich jedoch das betroffene Gerät abzuschalten. Es ist nicht zuletzt auch Schutz gegen die feindliche Rasse. Es hält sie auf Distanz. Die Voyager Crew sendet daraufhin ein spezielles Eissatzkommando aus. Sie schaffen es heimlich die Strahlung der Station abzuschalten. Die Aliens verfolgen die ganze Mission von der Brücke aus. Sobald die Strahlung einstellt, nähern sich drei ihrer Kriegsschiffe der Raumstation und die Delegation will die Brücke ohne weiteres Wort verlassen. Doch Janeway lässt das nicht mit sich machen.
„Moment meine Herren, wir sind hier noch nicht fertig. Leutnant, Feuer.“
Die Aliens bleiben vor der Aufzugtür der Brücke stehen und drehen sich um. Sie blicken auf den großen Hauptschirm im vorderen Bereich. Eine Salve aus sechs Energieprojektilen feuert auf das angreifende Führungsschiff. Die Schilde leuchten auf und absorbieren die Energie! Eine zweite … dritte Salve. Bleiben ebenfalls in den Schilden hängen. Die vierte wurde bereits abgefeuert, durchdringt unaufhaltsam die geschwächten Energieschilde und zerstört das Schiff!
Der Anführer der Aliens wendet sich dem weiblichen Kapitän zu.
„Beeindruckend. Vier Schuss. Ich hatte die Geschichten nicht für wahr gehalten.“

Die Nacht des 24. März: Ich reise mit meiner Schulklasse durch verschiedene Städte. In der jetzigen sind wir in einer ehemaligen Industrieanlage untergebracht. Die Gebäude sind schon recht alt. Stählende Fassadenwände sind überall mit Rost überzogen. Die Jungs haben eines der Umkleidekabinen zu vorübergehendem Aufenthaltsraum umfunktioniert. Ich sehe mich in einem der Gänge um und verlasse das Gebäude durch den Hintereingang. Vermutlich für Zulieferungen. Es hat zwei große Doppeltüren aus Stahl. Diese sind ebenfalls schon mit Rost überzogen. Ich laufe die Straße hoch bis zu einer Kreuzung. In jede Richtung stehen große, kräftige Männer und jeweils ein Kleinlaster. Sie schauen aus wie Türsteher vor irgendwelchen Discos. Furchteinflößend. An einem Eck bemerke ich Polizisten in dunkelblauen Uniformen. Drei vor ihnen Unterhalten sich über irgendein Dokument das sie sich anschauen. Ich laufe eine der Straße an ihnen vorbei. Es stellt sich als eine Sackgasse heraus. Ich drehe um und laufe zurück zu unserer Unterkunft. Das Tor, durch das ich das Gebäude verlassen habe, ist nun versperrt. Links gibt es ein weiteres Doppeltor. Ich öffne es und schaue hinein. An der Wand hängt eine Tafel mit drei langen Nägeln eingehämmert. Auf den linken und rechten hängt eine Reihe von Schlüsseln. Auf der Tafel steht geschrieben: „Für die CP-Schulklasse“ und drei Pfeile zeigen zu den Nägeln.
„Was für eine geniale Person hat die Schlüssel hier gelassen, wo jeder sie nehmen kann? Und welcher  Scherzbold hat die mittleren Schlüssel entfernt?“
Ich nehme zwei Schlüssel und laufe zurück zu der verschlossenen Tür. Ich sperre die erste auf und trete ein. Die zweite bleibt versperrt. Der andere Schlüssel passt nicht. Ich brauche wohl eines der Fehlenden. Macht nix, wenn ich nicht eintreten kann, dann trete ich sie ein!
Die Traumkamera wechselt zurück zu den Jungs. Sie hören einen lauten Knall und springen auf von ihren Sitzen und Matratzen! Sie wollen in den Gang. Ich überlege Blitzschnell: „Es wäre doch lustig, wenn die Türen so stark getreten wurden, dass sie durch den ganzen Gang fliegen!“ Einer der älteren Jungs hält die restlichen auf.
„Wartet, da kommt noch was!“
Plötzlich fliegen die Metalltüren an dem Ausgang vorbei und knallen laut gegen die Wand. Ich kichere  und während ich aufwache, höre ich noch die letzten Worte des erzählenden Engels:
„Auch als Frau muss man sich Gehör verschaffen können.“

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